Windows Mobile – essentielle Werkzeuge

Ich hatte ja letztens angekündigt etwas über meine Erfahrungen zum Aufpeppen von Windows Mobile zu plaudern. Beginnen möchte ich mit zwei Tools, die meiner Meinung nach auf keinem Windows Mobile Gerät fehlen dürfen: Total Commander CE und PocketRAR.

Beide Programme sind freie Software und somit darf man sie kostenlos benutzen. Warum man diese Tools einsetzen sollte ? Total Commander CE bspw. bringt diverse zusätzliche Möglichkeiten mit, etwa ein komfortableres Kopieren/Verschieben als im Datei-Explorer von Windows Mobile. Des Weiteren bietet er dem Anwender die Möglichkeit die Registry des Geräts einzusehen und ggfs. anzupassen (Achtung: dies sollte ein unerfahrener Anwender – bzw. jemand, der nicht weiss, was er da macht – niemals tun !). Ein integrierter Editor sowie Zugriffe auf LAN und andere Kleinigkeiten, erleichtern einem das mobile Leben ungemein.

Oft stolpert der Anwender im Internet (bspw. auf diversen Foren zum Thema XDA) über mit RAR komprimierte Dateien, die man nicht immer umständlich auf dem Desktop entpacken und dann auf sein Gerät transferieren möchte. Hier hilft PocketRAR, das es einem ermöglicht diese Dateien direkt auf dem Gerät zu verwalten.

So, dies stellt den Einstieg in eine Reihe von Artikeln dar, die sich mit Werkzeugen für folgende Bereiche befassen werden:

  • mobiles Internet (IM, Email, VoIP, Navigation, …)
  • Heute-Bildschirm „tunen“
  • alternative Bedienkonzepte
  • „Skinning“

Ich hoffe das Thema gefällt dem geneigten Leser, so dass er diese Reihe aufmerksam verfolgen wird 😉

Windows Datei Explorer (Replacements)

Heute möchte ich mich dem Thema Windows Datei Explorer widmen. Wer kennt ihn nicht, den mitgelieferten Datei Explorer (explorer.exe) ? Ich wage zu behaupten, es gibt nur zwei Arten über diesen zu urteilen:

  1. man arbeitet gern damit bzw. gibt sich damit zufrieden
  2. man verflucht ihn bis auf die Knochen und sucht sich einen Ersatz

Von meinen guten, alten AMIGA-Tagen her weiß ich, dass es deutlich bessere Möglichkeiten gibt ein Dateiverwaltungsprogramm zu entwerfen. Man erinnere sich nur einmal an das legendäre DirectoryOpus 4 (klassische Zwei-Spalten-Ansicht), das heute als Open Source Projekt weitergeführt wird. Ganz zu schweigen von dessen Nachfolger Directory Opus Magellan mit seiner Mehrfenster Arbeitstechnik. Doch auch zu DOS-Zeiten gab es einige Programme, die zu dieser Zeit bereits leistungsfähiger waren als der Datei-Explorer zu Windows 3.x Zeiten. Hier wird wohl jedem sofort der Norton Commander (Screenshots) in den Sinn kommen, der als Wurzel und Inspiration für kommende Dateimanager gelten darf.

Auch heute noch werden einige Programme von damals von Anwendern genutzt, da sie einfach gerne mit diesen arbeiten und sich an die Arbeitsweise mit diesen Tools gewöhnt haben. Doch wie sieht es heute im Zeitalter der graphischen Benutzeroberflächen mit diesem Typus von Software aus ?

Ich möchte hier nun nicht eine Abhandlung über alle verfügbaren Varianten dieses Software-Typs verfassen, sondern möchte kurz umreißen, was es gibt (sowohl für Windows als auch Linux). Speziell geht es mir aber darum das Tool meiner Wahl vorzustellen: Directory Opus 9, doch hierzu später mehr.

Generell lassen sich jedoch zwei allgemein gültige Ansätze ausmachen:

  • die klassische Zwei-Fenster-Ansicht, bestehend aus einem Quell- und einem Zielordner (NortonCommander-Abkömmlinge), wobei es einige Tools gibt, die hier MultiTabbed Views auf beiden Seiten unterstützen
  • Mehrfachfenster-Ansicht, was als Hybrid zwischen Windows Datei Explorer Ansatz und dem Quell-/Zielordner Ansatz verstanden werden kann

Doch was macht die Arbeit mit dem Windows Datei Explorer zu mühselig ? Nun, ich denke genau dann, wenn man mehrere Ordner gleichzeitig offen hält, verliert man recht schnell den Überblick. Vor allem, wenn Pfade auch nur noch abgekürzt in der Windows Taskleiste dargestellt werden (C:\Temp\An…). Wer seine Taskleiste auch noch einzeilig anzeigt, verliert bei mehreren Fenstern (nicht nur aus Windows Datei Explorer Fenstern bestehend) schnell die Übersicht. Auch mit der Überarbeitung des Datei Explorers in Windows Vista hat sich Microsoft nicht wirklich einen Gefallen getan. Zumindest ich muss gestehen, dass ich nicht auf Anhieb uneingeschränkt mit der neuen Version arbeiten konnte ohne manchmal suchen zu müssen.

Auch andere Annehmlichkeiten, wie frei definierbar Tastaturkürzel oder die Unterstützung von (S)FTP/FTP mit SSL oder gar integrierten kleinen Scriptsprachen ermöglichen eine Flexibilität, die man beim Microsoft-eigenen Explorer irgendwann schmerzlich vermisst. Als Beispiel kann man sich nur einmal vorstellen, was schneller geht: das Öffnen einer Datei eines unbekannten oder bestimmten Typs (bspw. .nfo oder .reg) im Texteditor per rechte Maustaste -> Kontextmenü -> Öffnen mit… oder das Drücken eines definierten Kürzels (bspw. F8).

Ich persönlich habe mich nun vor 3 Jahren für DirectoryOpus 8 und letztes Jahr für das Upgrade auf DirectoryOpus9 entschieden. Einerseits, weil ich es aus alten Zeiten kenne, andererseits, weil man auch die Möglichkeit die Software für 60 Tage zu testen, was mich – nach einem 14-Tage Test – vollends überzeugte. Man darf nicht verschweigen, dass diese Software kommerziell ist (ab 49 Euro) man dafür aber auch regelmäßig Updates bekommt und auch die Community um DOpus sehr aktiv und hilfsbereit ist.

Wer das Geld nicht investieren möchte, kann sich auch einmal die freie Alternative FreeCommander ansehen, die auch sehr flexibel und flott zu bedienen ist. Abgesehen hiervon gibt es noch zig-Varianten; ein kleiner Überblick gibt die Seite bei Wikipedia.

Unter Linux verwende ich meist die standardmäßig bei dem Window-Manager mitgelieferten Dateimanager, habe aber auch Gentoo (nicht die Linux-Distribution) oft im Einsatz, das sich an DirOpus 4 anlehnt.

Nun aber zu dem Tool meiner Wahl unter Windows: DirectoryOpus 9.

Die Liste der Features dieses Tools ist schier endlos und ich habe es bis heute noch nicht geschafft alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Dennoch entdecke ich jeden Tag mehr und lasse mich auch durchaus durch die Beiträge im Community-Forum inspirieren. Einige der Highlights sind u.a.:

  • sehr hohe Konfigurierbarkeit sowohl bei visuellen als auch nicht-visuellen Bestandteilen
  • Plugin-Schnittstelle (C/C++)
  • Themes (für die „Verspielten“ 😉 )
  • Icon-Sets
  • 64-Bit Unterstützung
  • Mehrfenster-Ansatz, Zwei-Fenster Ansicht und Kombinationen möglich (sog. Layouts, die auch speicherbar sind)
  • Favoriten für Schnellzugriffe
  • FTP (optionales Modul)
  • integrierte ZIP-Unterstützung (man kann in ZIP-Ordnern ganz normal navigieren und Operationen ausführen)
  • Unterstützung von regulären Ausdrücken bei der Suche, bei der (erweiterten) Datei-Selektion und auch beim Umbenennen von Dateien
  • Synchronisations-Werkzeug, um Verzeichnisse und Dateien abzugleichen
  • Möglichkeit die Sicht in einem Fenster mittels direkter Eingabe einzuschränken (Bsp.: 500 Dateien, man sucht aber nur die, die *entw* enthalten); die Sicht wird dann auf diese Dateien reduziert

Die Möglichkeiten sind schier endlos, daher verweise ich an dieser Stelle auf die Feature-Liste des Distributors für die deutsche Version: Haage & Partner.

Im Allgemeinen kann ich aber sagen, dass die Arbeit viel leichter und schneller von der Hand geht als mit dem von Microsoft mitgelieferten Datei Explorer.

Hier einige Beispiele meines DirectoryOpus:

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Links zu DirectoryOpus:

Schaut euch doch einmal die hier vorgestellten Varianten an und postet eure Meinungen bzw. Anregungen; ich würde mich freuen !