dLan Erfahrungsbericht

Schon seit längerer Zeit rang ich mit mir mein Heimnetzwerk anzupassen, da mich das Ethernetkabel vom Router im Wohnzimmer ins Arbeitszimmer doch etwas störte. Dieses ging nämlich vom Router quer über den Flur unter der Tür in mein Arbeitszimmer und dort in den Switch. Im Prinzip also ein optischer Stilbruch und eine potentielle Stolperfalle.

Der Router im Wohnzimmer verfügt über 802.11a/b/g WLAN AccessPoint, weswegen ich zuerst darüber nachdachte die kurze Strecke per Funknetzwerk zu überbrücken. Dies erschien mir solang das Sinnvollste als dass mir das Detail entging, dass man den Speedport W701V im Repeater-Modus nur per WEP Verschlüsselung koppeln kann, was in meinen Augen mehr als nicht mehr zeitgemäß erschien. Der Router an sich unterstützt Verschlüsselungen bis WPA2-AES, was als Stand der Technik gilt. Zur Erinnerung: WEP Verschlüsselungen sind in weniger als einer Minute zu knacken (Quelle: heise). Aber deswegen gleich den Router austauschen und noch mehr Geld für eine neue Netzwerktopologie investieren ?

Auf der Suche nach Alternativen stieß ich dann auf PowerLAN/dLan, also Netzwerkverbindungen über das Stromnetz. Recherchen im Internet bestätigten auch schnell, dass dLan mittlerweile längst den Kinderschuhen entwachsen war und auch die Übertragungsraten mehr als vernünftig waren. Doch welcher Hersteller sollte es werden ? Immerhin werden PowerLAN-Adapter mittlerweile von verschiedensten Herstellern (AllNet, D-Link, MSi,…) produziert jedoch wusste ich aus früheren Testberichten, dass die aus der ehemaligen ELSA entstandene Firma devolo gute Qualität produziert und da ich früher schon ein Fan der (leider nicht mehr in ursprünglicher Form existierenden) ELSA war, fiel die Entscheidung nicht schwer.

Zunächst lag der Plan einige Wochen auf Eis bzw. dümpelte so vor sich hin. Der Gedanke auch einen MediaPlayer im Wohnzimmer zu etablieren verschärfte die Problematik, da ich hierfür noch eine Strippe durchs Wohnzimmer ziehen musste, was aber auf wenig Akzeptanz stieß. Langer Rede kurzer Sinn: es wurden 2 devolo AVPlus Starter Kits geordert. Der Vorteil der AVPlus Variante ist, dass man hierbei keinen Stromanschluß verliert, da diese Adapter eine integrierte Steckdose inklusive Kindersicherung haben. Die perfekte Lösung, da ich auch davor zurückscheute die eh begrenzte Anzahl an Steckdosen in meiner Wohnung durch „normale“ dLan Adapter weiter zu dezimieren. Des Weiteren bietet die Vielfalt an dLan Produkten mittlerweile ausgezeichnete Erweiterungsmöglichkeiten 😉

Natürlich will ich hier auch nicht die Nachteile der Lösung verschweigen: dLan ist ein Funker, ebenso wie WLAN. Da sich hier aber andere Randbedingungen ergeben, kam es bspw. in meinem Arbeitszimmer vor, dass sich der dLan Adapter und meine Logitech Funkmaus bei hohen Übertragungsraten auf dem Netzwerk ins Gehege kamen und die Maus nicht mehr so reagierte wie gewünscht. Die Lösung des Problems war aber schnell gefunden und der dLan Adapter auf die gegenüberliegende Wand des Arbeitszimmers verbannt. Damit waren diese Probleme Geschichte. Des Weiteren hört man in billigen Lautsprechern bei hohen Übertragungsraten ein Rauschen, welches ich aber meinen billigen und wenig abgeschirmten Lautsprechern zuschreibe. Lautsprecher in einer vernünftigen Preisklasse (40-100 EUR), sollten dieses Problem nicht aufweisen.

Das Netzwerk war super schnell eingerichtet, man musste die Adapter lediglich einstecken, per Knopfdruck die Verschlüsselung aktivieren (128 Bit AES) und das war es. Die Verbindung funktionierte auf Anhieb ohne Murren. Auch der Betrieb eines Adapters an einer Mehrfachsteckerleite (obwohl devolo dies nicht empfiehlt) bereitet überhaupt keine Probleme. Man verliert aber natürlich etwas Bandbreite hierdurch.

Hier nun eine kleine Übersicht meines Netzwerks:

Topologie dLan

Eine kleine Messung mit dem devolo Informer ergab folgende Durchsatzraten (Up- & Downstream gleich, sofern nicht anders ausgezeichnet):

  1. TAE: 165 MBps
  2. Arbeitszimmer: 168 MBps
  3. Wohnzimmer an Mehrfachsteckdose: Downstream 148 MBps / Upstream 167 MBps

Unterm Strich bin ich mit der Einfachheit der Installation, der Qualität und der Bandbreite sehr zufrieden. Wie bei jeder Lösung hat es Licht und Schatten, jedoch überwiegt hier das Licht 🙂 Ich kann daher diese Netzwerkvariante uneingeschränkt weiterempfehlen.